Online-Seminarreihe "Umwelt(un)gerechtigkeit-Mit Recht das Klima retten?"

Die Online-Seminarreihe “Mit Recht das Klima retten?” geht in die dritte Runde. Germanwatch, die Heinrich-Böll-Stiftung, der Arbeitskreis Kritischer Jurist*innen, Green Legal Impact Germany e.V. und ClientEarth laden Studierende, angehende Jurist*innen – und natürlich auch alle anderen Interessierten – ein, das Thema Umwelt(un)gerechtigkeit im Kontext von Klima- und Umweltklagen aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Der Fall RWE - Große Emittenten haftbar machen.
Wie Saúl Luciano Lliuya aus Peru den deutschen Energiekonzern per Klimaklage zur Verantwortung zieht

Termin: 06.10.2022 – 16:00 – 17:30 Uhr

Der Bergführer und Bauer Saúl Luciano Lliuya aus der peruanischen Andenstadt Huaraz entschied 2015 vor ein deutsches Gericht zu ziehen, um den größten Treibhausgasproduzenten Europas für seinen Beitrag an der Verschärfung der Klimakrise anteilsmäßig zur Verantwortung zu ziehen. RWE soll sich finanziell an Schutzmaßnahmen an einem oberhalb der Stadt liegenden Gletschersee beteiligen. Dieser ist aufgrund der Gletscherschmelze bedrohlich angewachsen. Eine Flutwelle könnte das Haus von Saúl Luciano Lliuya und einen großen Teil der Stadt Huaraz zerstören, in dem über 50.000 Menschen leben.

Das zivilrechtliche Verfahren hat bereits Rechtsgeschichte geschrieben: 2017 stellte das Oberlandesgericht Hamm fest, ein privates Unternehmen mit sehr hohen Emissionen kann prinzipiell für den Schutz von Betroffenen vor mitverursachten Klimarisiken zur Verantwortung gezogen werden. Das Verfahren befindet sich nun in der Beweisaufnahme. Der Fall RWE hat damit schon jetzt eine Signalwirkung entfaltet wie keine andere Klimaklage.

Wie sieht die rechtliche und politische Arbeit im Fall RWE in der Praxis aus? Wie wird die Klimaklage von Saúl Luciano Lliuya in Peru wahrgenommen? Inwieweit ist die Klage schon jetzt ein wichtiger Präzedenzfall und damit ein Beitrag für Umweltgerechtigkeit?

Gemeinsam mit Dr. Roda Verheyen, Rechtsanwältin von Saúl Luciano Lliuya und Noah Walker-Crawford, der Saúl Luciano Lliuya schon seit Beginn des Verfahrens begleitet, blicken wir hinter die Kulissen der Klimaklage.

Referent*innen

  • Dr. Roda Verheyen, Rechtsanwältin von Saúl Luciano Lliuya

  • Dr. Noah Walker-Crawford, externer Germanwatch-Berater für Klimaklagen

Moderation: Caroline Schroeder, Germanwatch

Zur Vorbereitung empfehlen wie die Lektüre des Einführungsartikels.

Zur Anmeldung

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Weitere Veranstaltungen der Online-Seminarreihe "Mit Recht das Klima retten":  

Wie lässt sich Umweltgerechtigkeit in der anwaltlichen Praxis umsetzen? Zwei Anwält*innen berichten aus ihrer Arbeit

Termin: 15.09.2022 – 16:00 – 17:30 Uhr

Gerechtigkeit ist oft eine Motivation für das Jurastudium. In der anwaltlichen Praxis ist es aber oft gar nicht so einfach, Gerechtigkeit, oder noch spezieller Umweltgerechtigkeit in den einzelnen Verfahren zu thematisieren oder zu nutzen. Beim Bau von Kohlekraftwerken zum Beispiel kann bisher nicht mit den schädlichen CO2-Emissionen argumentiert werden, sondern es werden Umwege über Quecksilber, bedrohte Tierarten oder gar Verfahrensfehler gemacht.

Wir wollen mit zwei erfahrenen und versierten Anwält*innen über die Mühen der Ebene über ihre Erlebnisse und Ideen sprechen. Wie wirkt sich der Blick auf Umweltgerechtigkeit auf die alltägliche Arbeit aus? Führen Mandate mit individuellen Zielen auch zu Umweltgerechtigkeit? Oder funktioniert das nur über strategische Ansätze?

In diesem Online-Seminar geht es explizit auch um Eure Fragen an Praktiker*innen.

Zur Vorbereitung empfehlen wie die Lektüre des Einführungsartikels.

Referent*innen

  • Caroline Douhaire, Anwältin für Umweltrecht

  • Peter Kremer, Anwalt für Umweltrecht

Moderation: Henrike Lindemann, Green Legal Impact

Zur Anmeldung

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Globale Gerechtigkeit - Call for global justice

Termin: 19.10.2022 – 16:00-17:30 Uhr (Auf Englisch, Fortsetzung der 3. Folge aus Staffel 2)

Seit unserem Seminar im vergangenen Jahr hat sich einiges getan, und die Bemühungen des Inselstaats Vanuatu, um ein Rechtsgutachten des Internationalen Gerichtshofs zu Klimawandel und Menschenrechte dauern an. In diesem Seminar werden wir mit Expert*innen zu den Chancen und Herausforderungen dieses Ansatzes sprechen, diskutieren wieso kleine Inselstaaten ihre Anliegen vermehrt vor internationale Gerichte und Tribunale bringen und wie Entwicklungen wie die Anerkennung eines Rechts auf eine gesunde Umwelt durch die UN-Vollversammlung, sich auf die Kampagne auswirken.

Mit:

  • Vertreter*in aus den Jugendbewegungen die, die Kampagne unterstützen  (tba)
  •  Vertreter*in aus der Kampagne um Vanuatu selbst  (tba)
  •  Expert*in des internationalen Rechts  (tba)

In Englischer Sprache ohne Übersetzung

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Alle Videomitschnitte vorangegangener Folgen können hier angeschaut werden.

 

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